{"id":1,"date":"2020-08-04T15:16:48","date_gmt":"2020-08-04T13:16:48","guid":{"rendered":"http:\/\/40jahre.nonazis.net\/?p=1"},"modified":"2020-09-23T21:40:08","modified_gmt":"2020-09-23T19:40:08","slug":"hallo-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/hallo-welt\/","title":{"rendered":"Mehr als 40 Jahre"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mehr als 40 Jahre &#8211; Kontinuit\u00e4ten rechten Terrors in Deutschland<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<br>Das Jahr 1980 markiert einen brutalen Kulminationspunkt rechter Gewalt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. In diesem Jahr entlud sich das gef\u00e4hrliche Potential der neonazistischen Strukturen, die sich seit dem Ende des Nationalsozialismus formiert hatten. Zentrale Ereignisse von 1980 stehen exemplarisch f\u00fcr Kontinuit\u00e4ten im Umgang mit rechtem Terror, die bis heute fortbestehen. 2020 j\u00e4hren sich die t\u00f6dlichen Anschl\u00e4ge auf Nguy\u1ec5n Ng\u1ecdc Ch\u00e2u und \u0110\u1ed7 Anh L\u00e2n in der Hamburger Halskestra\u00dfe, auf das Oktoberfest<s> <\/s>in M\u00fcnchen und auf Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen zum 40. Mal. Das Gedenken an sie hat auch deshalb besondere Aufmerksamkeit verdient, weil der gegenw\u00e4rtig so wichtige Kampf gegen rechten Terror nur im Bewusstsein seiner langen Geschichte gef\u00fchrt werden kann.<br><br><strong>Ungeschriebene Geschichte des Terrors<\/strong><br>Am Abend des 26. September 1980 detonierte ein Sprengsatz in einem Papierkorb am Eingang des M\u00fcnchner Oktoberfests. In Folge der Explosion starben 13 Menschen, unter ihnen auch der Neonazi Gundolf K\u00f6hler, der die Bombe gelegt hatte. \u00dcber 200 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Es war der verheerendste Terroranschlag in der bundesdeutschen Geschichte. Der T\u00e4ter hatte unter anderem Verbindungen zur\u00a0<em>Wehrsportgruppe Hoffmann (WSG)<\/em>, einer 1973 gegr\u00fcndeten, paramilit\u00e4rischen Neonazi-Organisation mit Hauptst\u00fctzpunkt in Bayern, der bis zu ihrem Verbot Anfang 1980 etwa 400 Mitglieder angeh\u00f6rten. Nachdem der neonazistische Hintergrund K\u00f6hlers bekannt wurde, erkl\u00e4rten ihn CDU\/CSU-Politiker*innen schnell zum Einzelt\u00e4ter. Die darauf folgenden Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und des bayerischen LKA wurden nach zwei Jahren eingestellt ohne die entscheidenden Fragen nach der Herkunft der Bombe, dem Motiv f\u00fcr das Attentat und der Rolle der Wehrsportgruppe Hoffmann ansatzweise aufgekl\u00e4rt zu haben. Trotz Zeug*innenaussagen, die auf weitere Tatbeteiligte verwiesen, und anderer Indizien, wie einer nicht zuordenbaren abgetrennten Hand am Tatort, folgten die Beh\u00f6rden der Einzelt\u00e4terthese. So konnte schnell ein Schlussstrich unter den Anschlag gezogen werden. Intensive Recherchen engagierter Journalist*innen dr\u00e4ngten die Beh\u00f6rden ob der vielen ungekl\u00e4rten Fragen zu einer Wiederaufnahme der Ermittlungen, wozu es schlie\u00dflich 2014 kam. Abgesehen von der nun offiziellen Einordnung des Anschlags als &#8222;rechtsextremistisch&#8220;, haben jedoch auch diese Ermittlungsbestrebungen keine neuen Erkenntnisse erbracht und wurden mittlerweile wieder eingestellt. Wichtige Beweise, die zur Aufkl\u00e4rung h\u00e4tten dienlich sein k\u00f6nnen, waren l\u00e4ngst vernichtet worden, die abgetrennte Hand aus den Asservaten verschwunden und Geheimdienstakten werden weiterhin zur\u00fcckgehalten.\u00a0Nur 3 Monate nach dem Oktoberfestattentat, am 19. Dezember 1980, wurden in Erlangen Shlomo Lewin und seine Lebensgef\u00e4hrtin Frida Poeschke Opfer eines weiteren rechtsterroristischen Anschlags. Uwe Behrendt, Burschenschafter und hochrangiges Mitglied der Wehrsportgruppe<em>\u00a0Hoffmann<\/em>\u00a0erschoss sie aus antisemitischen Motiven in ihrem Haus. Unmittelbar nach der Tat konzentrierten sich die Ermittlungen vor allem auf das pers\u00f6nliche Umfeld der Ermordeten. Auch die Presseberichterstattung fokussierte die Opfer und war von diffamierenden Spekulationen gepr\u00e4gt &#8211; beispielsweise \u00fcber eine angeblich &#8222;schillernde Vergangenheit&#8220; Lewins, mutma\u00dfliche Verbindungen zum israelischen Geheimdienst oder Zerw\u00fcrfnisse innerhalb der N\u00fcrnberger j\u00fcdischen Gemeinde. Ermittlungen in Richtung der rechten Szene, insbesondere der unweit von Erlangen ans\u00e4ssigen\u00a0<em>WSG<\/em>, vor der Antifaschist*innen und auch Shlomo Lewin immer wieder gewarnt hatten, wurden von den Ermittlungsbeh\u00f6rden hingegen lange vernachl\u00e4ssigt. So hatte Behrendt genug Zeit, um mit Hilfe seines Anf\u00fchrers Karl-Heinz Hoffmann Beweismittel wie etwa die Tatkleidung zu vernichten und der beh\u00f6rdlichen Verfolgung durch eine Flucht in den Libanon zu entgehen. Dort war er in der Auslandsorganisation der\u00a0<em>WSG<\/em>\u00a0t\u00e4tig bis er 1981 Selbstmord begangen haben soll. Wie auch der beim Oktoberfestattentat verstorbene K\u00f6hler konnte Behrendt somit nie zu seiner Tat vernommen werden. Trotz vorhandener Indizien wurde die Anklage wegen Beihilfe zum Mord gegen Karl-Heinz Hoffmann und seine Lebensgef\u00e4hrtin Franziska Birkmann, deren Brille am Tatort gefunden wurde, nach einem langen Prozess fallen gelassen. Uwe Behrendt gilt damit in \u00dcbereinstimmung mit Hoffmanns Aussagen offiziell als Einzelt\u00e4ter. Hoffmann selbst wurde wegen anderer Delikte im Zusammenhang mit der\u00a0<em>WSG-Ausland<\/em>\u00a0zu 9 Jahren Haft verurteilt und nach zwei Dritteln der Haftstrafe wieder freigelassen. Damit wurde auch unter dieses Attentat ohne vollst\u00e4ndige Aufkl\u00e4rung ein Schlussstrich gezogen. Obwohl es sich\u00a0bei dem Anschlag in Erlangen um den ersten offenkundig von einem Neonazi begangenen antisemitischen Mord nach 1945 handelte, geriet dieser in Folge zunehmend in Vergessenheit. Dazu beigetragen hat sicherlich, dass etwa im Verlauf des Prozesses gegen Hoffmann und Birkmann eine antisemitische Motivlage kaum eine Rolle spielte, die Tat auch medial im weiteren Verlauf immer wieder entpolitisiert wurde und ein Aufschrei in der Mehrheitsgesellschaft im Anschluss an die Tat ausgeblieben war.Einen weiteren verdr\u00e4ngten und vergessenen Fall rechten und rassistischen Terrors stellt der Brandanschlag auf eine Unterkunft f\u00fcr vietnamesische Gefl\u00fcchtete in der Hamburger Halskestra\u00dfe dar. Am 22. August 1980 griffen Neonazis der\u00a0<em>Deutschen Aktionsgruppen (DA)<\/em>\u00a0die Unterkunft mit Brands\u00e4tzen an und ermordeten Nguy\u1ec5n Ng\u1ecdc Ch\u00e2u und \u0110\u1ed7 Anh L\u00e2n. Beide waren erst seit kurzem in Hamburg und teilten sich das Zimmer, in das der Brandsatz einschlug. Die\u00a0<em>Deutschen Aktionsgruppen<\/em>\u00a0hatten im selben Jahr bereits einen Angriff auf das Landratsamt in Esslingen ver\u00fcbt, da in der Stadt eine &#8222;Auschwitz-Ausstellung&#8220; stattfinden sollte, sowie einen Sprengstoffanschlag auf die Janusz-Korczak-Schule in Hamburg durchgef\u00fchrt, wodurch zwei Menschen verletzt wurden. In den Wochen vor der Ermordung von Nguy\u1ec5n Ng\u1ecdc Ch\u00e2u und \u0110\u1ed7 Anh L\u00e2n folgte eine Serie von Brandanschl\u00e4gen auf Gefl\u00fcchtetenunterk\u00fcnfte. Sybille Vorderbr\u00fcgge und Raymund H\u00f6rnle, die T\u00e4ter*innen des Anschlags in Hamburg, hatten bereits am 30. Juli 1980 das \u201eSammellager f\u00fcr Ausl\u00e4nder\u201c im mittelfr\u00e4nkischen Zirndorf mit Sprengstoff angegriffen, das zu diesem Zeitpunkt gl\u00fccklicherweise leer stand. Am 07. August folgte der n\u00e4chste Brandanschlag der\u00a0<em>DA<\/em>\u00a0auf eine Unterkunft jugendlicher Gefl\u00fcchteter. Zwei Bewohner erlitten Brandverletzungen. Am 17. August dann ein Rohrbombenanschlag auf eine Gefl\u00fcchtetenunterkunft in L\u00f6rrach, bei dem weitere f\u00fcnf Menschen schwer verletzt wurden. Beendet wurde die Terrorwelle der\u00a0<em>DA<\/em>\u00a0erst mit der Verhaftung des Anf\u00fchrers Manfred Roeder und weiterer Mitglieder. Vorderbr\u00fcgge und H\u00f6rnle wurden in dem darauf folgenden Gerichtsverfahren wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft und Roeder wegen R\u00e4delsf\u00fchrerschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 13 Jahren Haft verurteilt. W\u00e4hrend in diesem Prozess durchaus gegen eine terroristische Gruppe vorgegangen wurde, fiel das erweiterte Netzwerk der\u00a0<em>DA<\/em>\u00a0wiederum unter den Tisch. So bezogen sowohl die DA, als auch die T\u00e4ter*innen des Oktoberfestattentats ihren Sprengstoff mutma\u00dflich aus dem riesigen Waffenlager des Neonazis Heinz Lembke. W\u00e4re diese Verbindung fr\u00fchzeitig ermittelt worden, h\u00e4tten m\u00f6glicherweise weitere Anschl\u00e4ge verhindert werden k\u00f6nnen. Stattdessen blieben die Netzwerke und Verbindungen zwischen den unz\u00e4hligen Neonazi-Organisationen der Zeit weithin im Verborgenen.Roeder konnte nach dem Ende seiner Haftstrafe wieder die Funktion eines Bindeglieds im rechtsterroristischen Milieu einnehmen. Als er in den neunziger Jahren wegen eines Farbanschlags auf die \u201eWehrmachtsausstellung\u201c erneut vor Gericht stand, waren auch die sp\u00e4teren\u00a0<em>NSU<\/em>-Terroristen Uwe Mundlos, Uwe B\u00f6hnhardt, Ralf Wohlleben und Andr\u00e9 Kapke vor Ort, um sich mit ihm solidarisch zu zeigen. Diese neue Generation rechter Terrorist*innen wusste um die ihnen vorausgegangen Gruppierungen und orientierte sich an deren Praktiken. So bezogen sich sowohl die\u00a0<em>DA<\/em>\u00a0als auch der\u00a0<em>Th\u00fcringer Heimatschutz<\/em>, in dem mehrere Personen aus dem\u00a0<em>NSU<\/em>-Komplex organisiert waren, auf milit\u00e4rische Anleitungen aus dem Terroristenhandbuch \u201eDer totale Widerstand\u201c. Auch Karl-Heinz Hoffmann trat ab 2010 wieder auf Veranstaltungen der rechten Szene auf und genie\u00dft als ber\u00fchmte Symbolfigur in den entsprechenden Zusammenh\u00e4ngen bis heute hohes Ansehen. Beispielsweise waren bei einem seiner Vortr\u00e4ge auch Personen aus dem Unterst\u00fctzer*innenumfeld des\u00a0<em>NSU<\/em>\u00a0anwesend und Stephan Ernst, der mutma\u00dfliche M\u00f6rder von Walter L\u00fcbcke, merkte in einer polizeilichen Vernehmung an, mit Hoffmann Kontakt aufgenommen zu haben.F\u00fcr einen nahtlosen \u00dcbergang zwischen neonazistischer Szene und Terrorgruppierungen stehen neben Hoffmann und Roeder auch Namen wie Friedhelm Busse, Michael K\u00fchnen oder Thorsten Heise, deren Netzwerke sich \u00fcberschneiden und bis in die Gegenwart reichen. Weil ihre Netzwerke nie ernsthaft zerschlagen wurden, konnten Schl\u00fcsselfiguren der Szene ihr Wissen weitergeben oder selbst weiter aktiv am Aufbau rechtsterroristischer Zusammenh\u00e4nge mitarbeiten.\u00a0\u00a0<br><br><strong>Mehr als Parallelen<\/strong><br>Seit der Selbstenttarnung des\u00a0<em>NSU<\/em>\u00a0werden Verbindungen zwischen rechten Strukturen und dem Verfassungsschutz angeprangert. Angemessen nachgegangen wird diesen Verbindungen jedoch nach wie vor nicht. Das Urteil im\u00a0<em>NSU<\/em>-Prozess, das auf wenige Einzelt\u00e4ter*innen zugeschnitten ist, hat zudem erneut den Unwillen zur Aufkl\u00e4rung von Neonazi-Netzwerken offenbart. Im\u00a0<em>NSU-Komplex<\/em>\u00a0zeigen sich viele Kontinuit\u00e4ten im Umgang mit rechtem Terror, die sich mindestens durch die letzten vier Jahrzehnte ziehen. Bereits vor vierzig Jahren wurden Drohungen und Warnungen nicht ernst genommen und Zusammenh\u00e4nge zwischen einzelnen Taten systematisch ignoriert. Taten wurden im Nachgang entpolitisiert und immer wieder ging man von Einzelt\u00e4ter*innen mit individuellen Tatmotivationen aus. So wurden die Bedingungen f\u00fcr weitere Anschl\u00e4ge geschaffen. Auch die Anschl\u00e4ge 1980, durch die in weniger als einem halben Jahr insgesamt 16 Menschen ums Leben kamen und \u00fcber 200 schwer verletzt wurden, h\u00e4tten m\u00f6glicherweise verhindert werden k\u00f6nnen, h\u00e4tte man das rechtsterroristische Gefahrenpotential nur erkennen wollen. Wie sich rechte Strukturen in Deutschland \u00fcber Jahre formieren, vernetzen und bewaffnen k\u00f6nnen, l\u00e4sst sich nicht erst beim\u00a0<em>NSU<\/em>, sondern schon am Beispiel der\u00a0<em>WSG<\/em>\u00a0nachvollziehen. W\u00e4hrend die Wehrsportgruppe, von der eine Vielzahl an gewaltt\u00e4tigen \u00dcbergriffen und eine weitreichende Vernetzung mit anderen Neonazi-Gruppierungen dokumentiert war, durch die CSU-Regierung zwischen 1973 und 1980 fortw\u00e4hrend verharmlost wurde, waren linke und antifaschistische Organisationen durchweg mit Diffamierungs- und Kriminalisierungsversuchen aus demselben politischen Lager konfrontiert. Darunter auch jene Akteur*innen und Gruppierungen, die zu den Aktivit\u00e4ten der Wehrsportgruppe und anderer Nazis recherchierten, \u00fcber sie aufkl\u00e4rten, vor ihnen warnten und zu Protest gegen sie mobilisierten. Hierbei stellt der Antikommunismus in den 1970er Jahren eine Art ideologische Schnittstelle zwischen rechtskonservativen Regierungsparteien und neonazistischen Organisationen dar. Eine \u00e4hnliche Funktion erf\u00fcllt heute die sprachlich etwas modifizierte Extremismustheorie, mit deren Hilfe das Gefahrenpotential von rechts relativiert und organisierte Antifaschist*innen kriminalisiert werden.<br>Der rechte Terror von 1980 baut auf einer langen Geschichte rechter Organisierung und Gewalt auf. Nach 1945 gab es in Deutschland zu jedem Zeitpunkt rechte Organisationen, die zu Terror bereit waren. Bereits unmittelbar nach dem Ende des Nationalsozialismus und der Gr\u00fcndung der Bundesrepublik begingen nazistische Kommandos beispielsweise Anschl\u00e4ge gegen Institutionen der Entnazifierung um sich an Linken und den Siegerm\u00e4chten f\u00fcr die Niederlage Deutschlands zu r\u00e4chen. Gleichzeitig lassen sich rechtsterroristische Attentate nur analysieren, wenn das vorherrschende kulturelle Klima, beziehungsweise eine gesamtgesellschaftliche Konstellation einbezogen werden. Massenhafte antisemitische Drohungen und Schmierereien, Grabsch\u00e4ndungen auf j\u00fcdischen Friedh\u00f6fen, Angriffe auf J\u00fcdinnen*Juden und auf Synagogen schufen \u00fcber Jahrzehnte hinweg ein Klima der Angst bei den \u00dcberlebenden der Shoah und ihren Nachkommen. 1979 hatte die Ausstrahlung der Fernsehserie\u00a0<em>Holocaust<\/em>\u00a0eine Debatte \u00fcber die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands angesto\u00dfen, die in weiten Teilen der deutschen Bev\u00f6lkerung von erheblichen Abwehrreaktionen begleitet wurde. \u00dcberhaupt war der deutsche Umgang mit der NS-Vergangenheit von Abwehr und Ignoranz gepr\u00e4gt. Gleichzeitig setzte im Kontext von Fluchtbewegungen aus S\u00fcdostasien in Deutschland eine rassistische Debatte \u00fcber Gefl\u00fcchtete ein, die angebliche Gefahren und Belastungen f\u00fcr die deutsche Kultur und Wirtschaft thematisierte. Den Kontext f\u00fcr diese Entwicklung bildeten die wirtschaftlichen Krisen und gesellschaftlichen Umbr\u00fcche der sp\u00e4ten 60er und 70er Jahre. Gegen Ende der 70er Jahre f\u00fchrten diese zu einem allgemeinen Erstarken konservativer und reaktion\u00e4rer Kr\u00e4fte, welche die progressiven politischen Ver\u00e4nderungen der vorangegangenen Jahre als Grund f\u00fcr die gesellschaftliche Krise darstellten. Hoffnungstr\u00e4ger f\u00fcr dieses rechtskonservative Projekt war der ehemalige Wehrmachtssoldat und Rechtspopulist Franz-Josef Strau\u00df. Er war 1980 der Spitzenkandidat der Unionsparteien f\u00fcr die anstehende Bundestagswahl, die eine Woche nach dem Oktoberfestattentat stattfand.<br>Die klar antikommunistische Agenda, die hinter vielen Anschl\u00e4gen von Rechtsterrorist*innen in der fr\u00fcheren BRD steckte, war nicht nur anschlussf\u00e4hig an die politische Linie der Unionsparteien, sondern auch an herrschende\u00a0 Diskurse in einer Gesellschaft, die sich gegen eine &#8222;rote Gefahr&#8220; vergemeinschaftete. Dieser gesellschaftlich getragene Antikommunismus, sowie die Verweigerung einer Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen in der fr\u00fchen BRD, resultierten in einer Blindheit oder einem Desinteresse gegen\u00fcber offen rechter Gewalt. Auf diese Ignoranz konnten die Terrorist*innen setzen. Anschlie\u00dfend an breite, offen rassistische Debatten \u00fcber Migrationsbewegungen nach Deutschland, machten Neonazis in den 80er Jahren vermehrt rassistisch markierte Personen zu Zielen ihrer Anschl\u00e4ge. Dabei konnten sie sich des zustimmenden Schweigens der vermeintlich demokratischen Deutschen stets sicher sein. Jene, denen die rechte Gewalt unmissverst\u00e4ndlich galt, \u00e4u\u00dferten hingegen immer wieder ihre \u00c4ngste und Warnungen. Geh\u00f6rt wurden sie lange nicht, h\u00e4ufig auch nicht von Linken. Bis heute erkl\u00e4ren weite Teile der Gesellschaft durch ihr Schweigen und durch die Verweigerung ihrer Solidarit\u00e4t mit Betroffenen rechter Angriffe, rassistisch markierte Personen, J\u00fcdinnen*Juden, Sinti*zze und Rom*nja, Wohnungslose, LGBTQI* und mehr f\u00fcr vogelfrei, anstatt sie zu sch\u00fctzen. Die Entsolidarisierung der Mehrheitsgesellschaft und die Bedr\u00e4ngung der Opfer durch staatliche Beh\u00f6rden wirkt unterst\u00fctzend f\u00fcr das Projekt der Neonazi-Terrorist*innen. Erst die gesellschaftliche (Nicht-)Reaktion macht das Vorhaben, Menschen einzusch\u00fcchtern, auszuschlie\u00dfen und zu verfolgen, komplett.<br><br><strong>Bew\u00e4ltigung der Vergangenheit und Gegenwart<\/strong><br>Politik und Mehrheitsgesellschaft konnten oder wollten Terror von rechts nicht nur deshalb nicht wahrnehmen, weil sie sich offenbar nicht davon bedroht f\u00fchlten, sondern weil er das Selbstbild der neuen deutschen Identit\u00e4t ersch\u00fctterte. Weil rechte Gewalt nach 1945 im nun vermeintlich demokratisierten Deutschland dem eigenen Selbstverst\u00e4ndnis nach keinen Platz mehr hatte. Da die Vergangenheit aber in solchen Taten offensichtlich nachlebte, mussten sie offensiv verdr\u00e4ngtoder relativiert werden. Allein der Versuch ein positives Image der deutschen Nation aufzubauen und zu pflegen war Anlass, um etwas gegen rechte Umtriebe zu unternehmen. So stellte auch der damalige Innenminister Bayerns, Georg Tandlers, nach dem sp\u00e4ten Verbot der WSG im Januar 1980 klar, dass dies vor allem aus Sorge um das Ansehen Deutschlands im Ausland ergangen sei, da man durch die &#8222;halbverr\u00fcckten Spinner permanent diskriminiert&#8220; werde. Auch nach dem Ende der langen Phase vollst\u00e4ndiger Vergangenheitsabwehr musste rechte Gewalt im postnazistischen Deutschland m\u00f6glichst unsichtbar bleiben. Jedoch versuchte man sich nun nicht l\u00e4nger durch Verschweigen der NS-Vergangenheit, sondern durch ihre instrumentelle Erinnerung nach rechts abzugrenzen. Offen sichtbare rechte Gewaltschadet der Erz\u00e4hlung von den wiedergutgewordenen Deutschen und ihrer Selbstinszenierung als Erinnerungsweltmeister, da sie jedes Mal aufs Neue verdeutlicht, dass Deutschland und Nazis nach wie vorzusammengeh\u00f6ren. Die kontinuierliche Verdr\u00e4ngung der Gefahr, die damals wie heute von rechtem Terror ausgeht, erkl\u00e4rt, warum Politiker*innen immer wieder \u00f6ffentlich mit \u00dcberraschung auf rechte Anschl\u00e4ge reagieren, wie etwa j\u00fcngst nach Halle und Hanau, und Medien regelm\u00e4\u00dfig die\u00a0<em>RAF<\/em>\u00a0als einzige Referenz f\u00fcr Terrorgruppen in Deutschland nennen.W\u00e4hrenddessen werden derzeit im ganzen Bundesgebiet regelm\u00e4\u00dfig neue Waffenlager ausgehoben, Drohschreiben verschickt und Anschl\u00e4ge ver\u00fcbt. Im Fahrwasser multipler gesellschaftlicher Krisen, die unter anderem umfangreiche globale Migrationsbewegungen hervorbringen, haben antisemitische und rassistische Ideologien, wie etwa die des \u201cgro\u00dfen Austausches\u201d an Wirkm\u00e4chtigkeit gewonnen. Sie reichen von der Stra\u00dfe bis in die Parlamente und sind Grundlage f\u00fcr die B\u00fcrgerkriegsphantasien einer ganzen Bandbreite an autorit\u00e4ren Charakteren. Vor diesem Hintergrund hat sich die rechtsterroristische Sph\u00e4re in den letzten Jahren ausdifferenziert und umfasst unterschiedliche, nebeneinander existierende Formen: Alte, gut vernetzte Terrorgruppierungen, deren Mitglieder in der Neonaziszene sozialisiert wurden (Combat 18, NSU-Netzwerk), rassistische &#8222;Wutb\u00fcrger*innen&#8220;, die nun selbst Br\u00e4nde legen oder Menschen angreifen, sich in B\u00fcrgerinitiativen zusammen findende Rassist*innen mit Terrorpl\u00e4nen (z.B. Gruppe Freital), \u00fcber Onlineplattformen international vernetzte Terroristen, die ihre Taten alleine ausf\u00fchren (OEZ-Attentat, Halle, Hanau) und rechte Netzwerke im Milit\u00e4r und den Sicherheitsbeh\u00f6rden (Nordkreuz\/Uniter, NSU 2.0). In der gro\u00dfen Anzahl der oft offen ge\u00e4u\u00dferten Drohungen und Anschlagsvorbereitungen zeigt sich das zunehmende Selbstbewusstsein der Neonazis. In einer Gesellschaft, in der Racial Profiling und ein brutales Grenzregime ebenso normalisiert sind wie rechte Todeslisten und \u00f6ffentliche \u00dcbergriffe gegen rassistisch markierte Personen oder J\u00fcdinnen*Juden kaum Aufsehen erregen, kann es nicht verwundern, dass sich rechte Netzwerke in diesem Umfang und mit diesem Grad an Militanz bilden. Da der Ermittlungseifer der Beh\u00f6rden in Bezug auf rechte Netzwerke und rassistische oder antisemitische Angriffe sich erfahrungsgem\u00e4\u00df in Grenzen h\u00e4lt, ist nicht davon auszugehen, dass diese Entwicklung in absehbarer Zeit gestoppt werden wird.<br><br><strong>F\u00fcr ein antifaschistisches Gedenken<\/strong><br>Wie die Aufkl\u00e4rung durch staatliche Beh\u00f6rden weist auch das offizielle Gedenken in Deutschland die Tendenz auf, rechten Terror zu entkontextualisieren und damit zu entpolitisieren. Die Erinnerung an rechten Terror nach 1945 muss immer vor dem Hintergrund an die Erinnerung des NS-Terrors betrachtet werden. Das Schweigen und die Schuldabwehr der deutschen Mehrheitsgesellschaft, eine oberfl\u00e4chliche Demokratisierung und das Normalit\u00e4tsbegehren, also der Wunsch endlich zu den Guten zu geh\u00f6ren, sind die Grundlage daf\u00fcr, dass rechter Terror und seine Opfer vergessen oder die Taten im Gedenken entpolitisiert werden. Dieses Vergessen und die fehlende gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Grundlagen und Voraussetzungen des Terrors machen ihn immer wieder m\u00f6glich. Weil Rassismus und Antisemitismus in der ganzen Breite der Gesellschaft und ihrer Institutionen verbreitet sind, ob in der individuellen Einstellung oder strukturell, h\u00f6rt das Morden nicht auf. Deshalb d\u00fcrfen wir nicht zulassen, dass das Gedenken an Opfer rechter Gewalt verdr\u00e4ngt wird, oder nur zur Selbstbest\u00e4tigung der Mehrheitsgesellschaft dient. An Beispielen f\u00fcr den problematischen deutschen Umgang mit rechtem Terror ist auch die j\u00fcngere Vergangenheit nicht arm. Die \u00dcberlebenden des rassistischen Brandanschlags in M\u00f6lln 1992 wurden jahrelang nur als Statist*innen zu den \u00f6ffentlichen Gedenkveranstaltungen der Stadt M\u00f6lln eingeladen und nachdem sie es geschafft hatten sich das Gedenken anzueignen und antifaschistisch zu gestalten, waren sie dort nicht l\u00e4nger erw\u00fcnscht. Im November 2019 organisierte die Stadt Zwickau eine Gedenkveranstaltung f\u00fcr die Opfer des NSU, wozu die Angeh\u00f6rigen weder eingeladen waren, noch die M\u00f6glichkeit hatten, sich an der Gestaltung des Gedenkens zu beteiligen. In den Redebeitr\u00e4gen wurde statt von rechtem Terror allgemein von Extremismus gesprochen. Auf der eingeweihten Gedenktafel waren die Namen der Opfer falsch geschrieben und erst durch die Intervention von anwesenden Aktivist*innen wurde ein von der AfD niedergelegter Kranz entfernt. Auch das offizielle Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen tr\u00e4gt Spuren dieser Form von Vergangenheitsbew\u00e4ltigung. An der 2010 eingeweihten Freizeitfl\u00e4che &#8222;Lewin-Poeschke-Anlage&#8220; weist bis heute nichts auf den politischen Hintergrund des Mordes hin. Eine zentrale Aufgabe antifaschistischen Gedenkens muss es deshalb sein, der unkritischen offiziellen Erinnerung entgegenzuarbeiten, indem die verdr\u00e4ngten und ausgeschlossenen Anteile wieder in die Geschichte rechten Terrors integriert werden. Es kommt auf uns an, die Komplexe aus T\u00e4ter*innen, ihren Unterst\u00fctzer*innen und Netzwerken, sowie Staat und Gesellschaft herauszuarbeiten und anzuklagen. Unabdinglich ist daf\u00fcr auch eine Reflexion der eigenen Positionierung und Praxis. Die Selbstenttarnung des NSU im Jahr 2011 traf auch die antifaschistische Linke unerwartet und markierte den Ausgangspunkt eines Wandels in der Auseinandersetzung mit rechter Gewalt. Denn auch Antifaschist*innen hatten die Betroffenen rechter Gewalt, ihre ge\u00e4u\u00dferten \u00c4ngste, ihre Warnungen und Anklagen zu lange nicht wahrgenommen. Auch Antifaschist*innen hatten die Opfer vergangener rechter Gewalttaten vergessen und auch sie mussten lernen, Rassismus und Antisemitismus als Grundlage des Terrors und seiner Verschleierung zu verstehen. Ausgangspunkt dieses wichtigen Perspektivwechsels in der antifaschistischen Arbeit war die Selbstorganisation von Betroffenen und Migrant*innen. In der Folge entstanden viele lokale Initiativen, die sich mit der Aufarbeitung von Todesf\u00e4llen durch rechte Gewalt, mit dem Gedenken an die Opfer und der Anklage der Zust\u00e4nde befassen. Auch werden immer mehr weit zur\u00fcckliegende und oftmals bereits vergessene F\u00e4lle rechten Terrors aufgearbeitet und das Gedenken an die Opfer der Anschl\u00e4ge in den Mittelpunkt ger\u00fcckt. Dies ist wichtig und unerl\u00e4sslich, um die zerstreuten und vergessenen Anschl\u00e4ge zu einer Geschichte rechten Terrors zu verkn\u00fcpfen um diese hinsichtlich ihrer Kontinuit\u00e4ten besser verstehen zu k\u00f6nnen. Eine Erkenntnis aus dieser Reflexion, auch auf die linke Geschichte, ist, dass sowohl rechter Terror als auch der Umgang mit diesem als strukturelle Probleme zu betrachten sind. Die j\u00fcngsten Anschl\u00e4ge in Kassel, Halle, Hanau kommen nicht von ungef\u00e4hr und markieren keine neue Qualit\u00e4t, sondern stehen in der Tradition vieler rechter \u00dcbergriffe und Attentate vor ihnen und fordern weitere Angriffe heraus. Unaufgekl\u00e4rte Taten und Netzwerke, die Verurteilung Einzelner f\u00fcr gemeinsam vorbereitete Anschl\u00e4ge, Verbindungen zwischen staatlichen Beh\u00f6rden und Neonazis, die Kriminalisierung der Betroffenen und ihres Umfelds, die Ignoranz gegen\u00fcber ihren Bed\u00fcrfnissen und Forderungen &#8211; auch dies sind keine Zuf\u00e4lle. Anstatt sich dumm machen zu lassen und etwa bei jedem neuen Fall von einem Versagen des Rechtsstaates zu sprechen, muss die Struktur selbst angeklagt werden. Denn das sich unabl\u00e4ssig wiederholende Schema, das sich in den Terroranschl\u00e4gen und dem gesellschaftlichen Umgang damit zeigt, hat seine Grundlage in einer Gesellschaftsordnung, in die Rassismus und Antisemitismus eingeschrieben sind. Antifaschistisches Gedenken muss deshalb immer mit der politischen Arbeit f\u00fcr eine Gesellschaft der Vielen verbunden werden, in der rechter Terror nicht l\u00e4nger m\u00f6glich ist; auch wenn wir momentan in vieler Hinsicht in die Defensive gedr\u00e4ngt sind. Es bedarf also einer grundlegenden Kritik dieser Verh\u00e4ltnisse, anstatt sich mit der Feststellung zu bescheiden, dass der Staat seinen Pflichten nicht gut genug nachk\u00e4me. Die Geschichte zeigt uns, dass wir uns beim Kampf gegen den rechten Terror nicht auf den Staat verlassen k\u00f6nnen. Auch deshalb gilt es weiterhin breite antifaschistische B\u00fcndnisse mit Betroffenen rassistischer und antisemitischer Gewalt auf- und auszubauen, die den Rahmen f\u00fcr praktische Solidarit\u00e4t bieten. Gleichzeitig fordern wir den Schutz aller Menschen vor rechter Gewalt als absolutes Mindestma\u00df gesellschaftlichen Zusammenlebens ein. Die Forderungen sind und bleiben klar: <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nazinetzwerke entwaffnen und zerschlagen! <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verfassungsschutz aufl\u00f6sen! <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Akten freigeben! <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Entnazifizierung aller staatlichen Beh\u00f6rden jetzt! <\/strong><br><br><strong>Schluss mit der Kriminalisierung antifaschistischer und migrantischer Selbstorganisation!&nbsp;<\/strong><br><br><strong>Kommt zu den antifaschistischen Gedenkveranstaltungen in M\u00fcnchen, Hamburg und Erlangen um gemeinsam der Opfer des rechten Terrors zu gedenken. Kein Vergessen!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>In Erinnerung an:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nguy\u1ec5n Ng\u1ecdc Ch\u00e2u<br>\u0110\u1ed7 Anh L\u00e2n<\/p>\n\n\n\n<p>Gabriele Deutsch<br>Robert Gmeinwieser&nbsp;<br>Axel Hirsch&nbsp;<br>Markus H\u00f6lzl&nbsp;<br>Paul Lux&nbsp;<br>Franz Schiele&nbsp;<br>Ignaz Platzer&nbsp;<br>Ilona Platzer<br>Angela Sch\u00fcttrigkeit<br>Errol Vere-Hodges&nbsp;<br>Ernst Vestner&nbsp;<br>Beate Werner&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Shlomo Lewin<br>Frida Poeschke<\/p>\n\n\n\n<p>und alle Opfer rechter Gewalt<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Social Media:<\/strong> #mehrals40jahre<\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/antifa-nt.de\" target=\"_blank\">antifa-nt<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/nsuprozess.net\" target=\"_blank\">B\u00fcndnis gegen Naziterror und Rassismus<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\" target=\"_blank\">initiative kritisches gedenken erlangen<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/inihalskestrasse.blackblogs.org\" target=\"_blank\">Initiative zum Gedenken an Nguy\u1ec5n Ng\u1ecdc Ch\u00e2u und \u0110\u1ed7 Anh L\u00e2n<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr 1980 markiert einen brutalen Kulminationspunkt rechter Gewalt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. In diesem Jahr entlud sich das gef\u00e4hrliche Potential der neonazistischen Strukturen, die sich seit dem Ende des Nationalsozialismus formiert hatten. Zentrale Ereignisse von 1980 stehen exemplarisch f\u00fcr Kontinuit\u00e4ten im Umgang mit rechtem Terror, die bis heute fortbestehen. 2020 j\u00e4hren sich die t\u00f6dlichen Anschl\u00e4ge auf Nguy\u1ec5n Ng\u1ecdc Ch\u00e2u und \u0110\u1ed7 Anh L\u00e2n in der Hamburger Halskestra\u00dfe, auf das Oktoberfest in M\u00fcnchen und auf Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen zum 40. Mal. Das Gedenken an sie hat auch deshalb besondere Aufmerksamkeit verdient, weil der gegenw\u00e4rtig so wichtige Kampf gegen rechten Terror nur im Bewusstsein seiner langen Geschichte gef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":42,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[4,13,7,12,9,8,6,14,3,10,5,11],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1"}],"collection":[{"href":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":137,"href":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1\/revisions\/137"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/42"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}